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Blut spenden – Alles, was Sie zur Blutspende wissen sollten

Blutspenden sind von zentraler Bedeutung – täglich sind Menschen auf die Hilfe anderer angewiesen. Mit einer Blutspende können Sie aktiv helfen, Leben zu retten. Jede Spende unterstützt das Gesundheitssystem und kommt direkt Menschen zugute, die dringend Blut benötigen.

Das Blutvolumen eines Menschen hängt von Gewicht, Alter und Geschlecht ab und beträgt im Durchschnitt etwa acht Prozent des Körpergewichts. Bei einer Person mit 70 Kilogramm entspricht das rund fünf bis sechs Litern Blut im Körper. Für eine Blutspende wird nur ein kleiner Teil davon entnommen – doch genau dieser kleine Teil kann für andere den entscheidenden Unterschied machen.

Wer darf Blut spenden?

Ob jemand Blut spenden darf, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Grundsätzlich ist eine Blutspende in der Schweiz zwischen dem 18. und 75. Lebensjahr möglich, sofern ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm erreicht wird. Allerdings ist eine erste Blutspende nur bis zum 60. Lebensjahr möglich. Pro Jahr können Frauen bis zu drei Mal und Männer bis zu vier Mal Blut spenden. Zwischen den Spenden sollte jeweils ein Abstand von 10 bis 12 Wochen eingehalten werden.

Ein wichtiger Faktor sind Medikamente. Alle regelmässig eingenommenen Präparate müssen im Fragebogen angegeben werden, den man beim regionalen Blutspendedienst ausfüllt. Die Entscheidung, ob eine Spende möglich ist, trifft anschliessend das Fachpersonal.

Auch Impfungen spielen eine Rolle. Nach den meisten Impfungen wie Grippe, Tetanus, COVID-19 oder HPV beträgt die Wartezeit 48 Stunden. Bei Impfungen gegen Hepatitis A oder B gilt eine längere Frist von zwei Wochen. Diese Sicherheitsregel verhindert, dass eine kürzlich erfolgte Impfung im Labor fälschlicherweise als Infektion interpretiert wird.

Neben Impfungen gibt es auch andere Kriterien, die eine Blutspende zeitlich verschieben oder ausschliessen können. Dauerhafte Ausschlusskriterien sind unter anderem frühere Bluttransfusionen seit 1980 oder ein längerer Aufenthalt in Grossbritannien zwischen 1980 und 1996. Grund dafür ist das Risiko der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

Vorübergehende oder chronische Erkrankungen müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Während einer Erkältung oder Grippe ist keine Blutspende erlaubt und nach einer überstandenen Grippe gilt eine Wartezeit von mindestens zwei Wochen. Personen mit Diabetes können spenden, wenn sie Tabletten einnehmen; wer Insulin spritzt, ist hingegen ausgeschlossen. Zudem führen Reisen in Regionen mit erhöhter Gefahr für Infektionskrankheiten wie Malaria oder das West-Nil-Virus zu einer Wartezeit, bevor Blut gespendet werden kann.

Nach einer Operation oder einer Geburt gelten ebenfalls Wartezeiten, die individuell abgeklärt werden. Vor jeder Spende werden ausserdem Blutdruck und Eisenwert kontrolliert. Beide müssen sich im normalen Bereich befinden. Für weitere Informationen sollte der jeweilige regionale Blutspendedienst kontaktiert werden.

Blutgruppen und Kompatibilität

Die Blutgruppe eines Menschen wird von beiden Elternteilen vererbt und legt fest, mit welchen anderen Blutgruppen sie kompatibel ist. Zu den Blutgruppen gehören 0+, 0-, A+, A-, B+, B-, AB+ und AB-. Seltene Blutgruppen sind besonders wertvoll. Wer seine Blutgruppe nicht kennt, muss sich keine Sorgen machen: Bei der Blutspende wird die Blutgruppe vor Ort im Labor bestimmt, sodass man auch ohne Vorwissen einen Termin buchen kann.

Wo kann man Blut spenden?

Blut kann an verschiedenen Orten gespendet werden. Zahlreiche Städte und Ortschaften verfügen über feste Blutspendezentren der regionalen Blutspendedienste. Zusätzlich führen mobile Teams in Zusammenarbeit mit den Samaritervereinen regelmässig Blutspendeaktionen in vielen weiteren Orten durch.

In der Schweiz wird eine Blutspende nicht finanziell entschädigt. So wird sichergestellt, dass Spenderinnen und Spender gesundheitliche Probleme nicht verschweigen. Gleichzeitig soll die finanzielle Notlage einer Person nicht die Motivation für eine Blutspende sein.

Blutspende: Vorbereitung

Für die Blutspende ist es sinnvoll, einige Vorbereitungen zu beachten. Es ist ratsam, möglichst gut ausgeruht zu sein und nicht nüchtern zur Spende zu erscheinen. Eine leichte Mahlzeit vorher ist empfehlenswert. Bereits am Abend vor der Spende sollte auf zu fettreiche Mahlzeiten und Alkohol verzichtet werden. Ausserdem ist es wichtig, vor der Blutspende ausreichend Wasser zu trinken. Ein Ausweisdokument wie die Identitätskarte oder der Pass sollte ebenfalls mitgebracht werden.

Dauer der Blutspende

Eine Blutspende selbst dauert etwa zehn Minuten. Für den Fragebogen, das Gespräch mit dem Fachpersonal sowie die kurze Erholungsphase nach der Blutentnahme sollte jedoch insgesamt rund 45 Minuten eingeplant werden. Wer zum ersten Mal Blut spendet, muss zusätzlich mit einer Vorabklärung rechnen, sodass insgesamt etwa eine Stunde eingeplant werden sollte. Der Fragebogen muss bei jeder Spende ausgefüllt werden, um den aktuellen Gesundheitszustand zu erfassen und zu prüfen, ob eine Blutspende möglich ist.

Ablauf nach der Blutspende

Nach der Blutspende ist eine kurze Ruhepause von 10–15 Minuten empfehlenswert, um den Kreislauf zu stabilisieren. Eine längere Pause von etwa 30 Minuten ist jedoch möglich, falls notwendig. Da bei der Spende ein Flüssigkeitsverlust entsteht, ist es wichtig, danach ausreichend zu trinken. Leichter Sport ist in der Regel nach der Spende möglich, solange man sich wohlfühlt. Auf Leistungssport sollte dagegen in den folgenden zwei Tagen verzichtet werden. Wer sich nach der Ruhepause wohlfühlt, kann in der Regel auch wieder Auto fahren.

Warum Blutspenden wichtig sind

Blutspenden sind für viele Menschen lebenswichtig. Da Blut nur begrenzt aufbewahrt werden kann, sind regelmässige Spenden wichtig, um immer genügend Blut für Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu haben. Besonders Krebspatientinnen und -patienten hilft das gespendete Blut. Auch bei Unfällen, Geburtskomplikationen, Operationen oder anderen schweren Erkrankungen wird das gespendete Blut dringend benötigt.